Studiengeb├╝hren in Deutschland

Situation im ├ťberblick - Im Jahre 2005 wurde durch das Bundesverfassungsgericht gr├╝nes Licht zur Erhebung von Studiengeb├╝hren an deutschen Hochschulen erteilt. Dies bedeutete, dass nun im Gegensatz zu sp├Ąt anfallenden Geb├╝hren f├╝r Langzeitstudierende, Studenten schon ab dem 1. Studiensemester teilweise tief in die Tasche greifen mussten, um das Privileg der Hochschulausbildung genie├čen zu k├Ânnen.


Bildung ist L├Ąndersache - Bildungspolitik ist in der Bundesrepublik Deutschland L├Ąnderangelegenheit. Dies bedeutet, dass es zum selben Thema mehr oder weniger gro├če rechtliche Unterschiede in den jeweiligen Bundesl├Ąndern geben kann. Aus diesem Grund ist es auch m├Âglich, dass Studiengeb├╝hren in einigen Bundesl├Ąndern nicht erhoben werden, in anderen sehr wohl, allerdings in unterschiedlichen Betragsh├Âhen. Baden-W├╝rttemberg, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein verzichten auf Studiengeb├╝hren und haben diese faktisch abgeschafft. Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th├╝ringen verlangen ebenfalls kein Geld von Studierenden, aber nur dann nicht, wenn das Studium in einem ad├Ąquaten Zeitrahmen absolviert wird. Langzeitstudierende dagegen ,werden zur Kasse gebeten. Nur in Bayern, Hamburg und Niedersachsen sind f├╝r alle Studierenden Studiengeb├╝hren vorgesehen.


Pro und Contra der Studiengeb├╝hren - F├╝r die Einen sind Studiengeb├╝hren eine einzige B├╝rde, f├╝r die Anderen notwendige Mittel, die ma├čgeblich zur Verbesserung der Lehre an deutschen Hochschulen beitragen. Jedes Argument hat, f├╝r sich gesehen, sicherlich seine Berechtigung. Die Debatte um Sinn oder Unsinn der Semesterzahlungen kann und soll hier nicht weiter ausgef├╝hrt werden. Eines ist allerdings klar. F├╝r Studierende wird letztendlich ma├čgeblich sein, inwieweit Studiengeb├╝hren den eigenen oder Familiengeldbeutel belasten. Das Studium muss machbar und finanzbar bleiben. Aus diesem Grund kann es lohnen, etwas genauer in die Regelungen der Bundesl├Ąnder, und dar├╝berhinaus in die Statuten der jeweiligen Hochschule, einzulesen. Denn Unterschiede sind generell zu finden und dass nicht ausschlie├člich zum Nachteil der Studenten.


Vielseitige Befreiungsm├Âglichkeiten - Selbst wenn eigentlich Studiengeb├╝hren f├Ąllig sind, ist es m├Âglich, sich unter bestimmten Voraussetzungen von diesen befreien zu lassen. Grunds├Ątzlich ist es gut, sich direkt mit der Hochschule der Wahl auseindanderzusetzen und Details und Fristen f├╝r etwaige Antr├Ąge vor Ort abzufragen. Die unterschiedlichen Befreiungsgr├╝nde der jeweiligen Hochschule k├Ânnen dann in einem Zug mit erfragt werden. Die nachfolgende Aufz├Ąhlung soll dar├╝berhinaus einen kleinen ├ťberblick ├╝ber oft akzeptierte Gr├╝nde verschaffen:

  • Urlaubssemester
  • Praxissemester
  • Praktisches Jahr bei ├ärztinnen
  • Promotionsstudium
  • bei Exmatrikulation
  • Studierende mit behinderten Kindern oder Kindern unter 18 Jahren
  • Wenn zwei Geschwisterkinder gleichzeitig studieren, m├╝ssen zusammen h├Âchsten 500 Euro gezahlt werden
  • wenn die Eltern f├╝r mindestens 3 Kinder Kindergeld beziehen oder die Kinder Wehr-, Ersatz- oder Sozialdienst ableisten
  • Einschreibung an mehreren Hochschulen (aber kein Doppelstudium)
  • Hochbegabte
  • unter bestimmten Voraussetzungen Ausl├Ąnder